Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Montag, 22. Mai 2017

Ehe und Familie in den VAE

Wenn Ende dieser Woche der RAMADAN 2017 beginnt, ist das auch wieder für viele Emiraties eine ganz besonders hoch geschätzte Familienzeit.

Familie, Ehe, Frauenrechte. Ein häufig aufkommendes Thema nicht nur, wenn es um die Golfstaaten geht. Bedauerlicherweise - und das geht mir bei weitem nicht allein so! - sind ausgerechnet in den Vereinigten Arabischen Emiraten "Innenansichten" von einheimischen Familien für die Expats selten zu gewinnen.
Das liegt aber gewiss nicht daran, dass wir "Landesfremden" daran kein Interesse hätten oder aber die Einheimischen am liebsten nur unter sich bleiben. Nein, aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung ist es groteskerweise gar nicht besonders leicht, in den Emiraten tatsächlich mit Emiraties persönlich enger in Kontakt zu kommen! Denn da sie ja nur ca. 15% der Gesamtbevölkerung ausmachen und somit eine Minderheit im eigenen Heimatland darstellen, ist das allein schon statistisch eher unwahrscheinlich. Vieles, was ich weiter unten beschreibe, ist also entweder recherchiert oder aber purer Augenschein.


Emiratischer Papa beim Kinderwagenschieben

Über unterschiedliche arabische (Familien-)Kulturen


Ich habe oft den Eindruck, vieles, was in westlichen Köpfen über das Thema "Ehe, Liebe, Frauen in der islamischen Welt" existiert, ist sehr stark geprägt von Vorlagen á la "Nicht ohne meine Tochter" und Medienberichten über kleine jemenitische Mädchen aus ärmstem Hause, welche an hässliche alte Männer zur Ehe "verkauft" werden, oder aber inhumane Exzesse von ISIS-"Kämpfern" etc.

Ich will keinesfalls in Abrede stellen, dass es Ungleichstellung der Frau und auch sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen leider auch in der islamischen Welt gibt - das Thema ist unbestritten ein ernstes. Wobei: Sind diese Probleme in der westlichen Welt eigentlich dermaßen komplett gelöst, dass man leicht auf andere missbilligend herabsehen kann? Wozu gibt es dann in Europa "Frauenhäuser", wohin misshandelte Frauen vor ihren Männern flüchten können?

Ich kann hier auch keine tiefschürfende Sozialstudie mit mehreren zehntausend Befragten zum Thema liefern, natürlich nicht, auch schaue ich nicht unter arabische Bettdecken und auch nur selten in ihr Familienleben hinein. Diese Erklärungen glaube ich, vorab geben zu müssen.


***
Ich will es einmal anhand von Beispielen aus dem wahhabitisch geprägten Nachbarland der VAE versuchen, aus Saudi-Arabien. Viele saudische Männer - denen wir früher begegnet sind, als wir vor ca. 20 Jahren noch in Saudi-Arabien lebten - halten es selbst für skandalös, dass ihre Frauen und Töchter im Lande z.B. nicht Autofahren dürfen. Darum tun sie es dann gern heimlich, wo keiner zuguckt, in der Wüste oder aber im Ausland. Doch die enggeflochtenen sozialen Strukuren machen es schwer, solche Gedanken in ihrem Alltag eben auch umzusetzen.
Die neuerlichen zarten Lockerungen mancher Beschwernisse im Alltag für saudische Frauen mögen den Weg ebnen. King Salmans hat im Mai 2017 erstmals ein Dekret erlassen, das es künftig saudischen Frauen ermöglichen soll, ohne Einverständnis eines männlichen Familienmitglieds beruflich arbeiten, Sozialleistungen nutzen und Krankenhäuser sowie Universitäten besuchen zu können. Selbst Auto zu fahren rückt damit in Sichtweite.

Libyen war vor 2011, als wir dort wohnten, ein gemäßigt-konservativer Staat. Gaddafis Rolle der Frau war in seinem "Grünen Buch" klar definiert und im Vergleich zu anderen islamischen Gesellschaften recht liberal. Frauen gingen mit Kopftuch aus dem Haus, spielten im täglichen Leben zwar keine herausragende Rolle, waren aber schon durch Schulpflicht usw. eingebunden und übten teils auch anspruchsvolle Berufe aus, wenn auch nicht mehrheitlich.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten laufen solche Dinge schon lange ganz anders ab; wir würden sagen: westlicher, freier, liberaler. Frauen "dürfen" sich durchaus bilden und auch einen Beruf ausüben; natürlich fahren emiratische Frauen selbst Auto und natürlich können sie auch allein reisen.


Emiratische Mütter sieht man zumeist in der Gruppe unterwegs

Heiratsalter, Familienleben, Stillgesetz


Das gesetzliche Mindestalter für Eheschließungen in den VAE beträgt 18 Jahre; das gegenwärtig durchschnittliche Heiratsalter liegt in den Emiraten für Frauen bei 25,9 Jahren und 26,5 bei Männern (im Jahre 2010). Zum Vergleich: In Deutschland liegt gegenwärtig (2012) das Heiratsalter bei Frauen bei 29,9 und bei Männern bei 32,2 Jahren. In Deutschland ist Heirat gesetzlich momentan noch ab 16 Jahren erlaubt, aber dies wird bald auf 18 angehoben.
Die meisten Emiratis halten 21 Jahre für die Schwelle zum "echten" Erwachsensein - aus Gründen der Ausbildung und Reife. Und selbst dann wird von den Eltern erwartet, dass die jungen Eheleute ihre Berufsausbildung oder das Studium beenden.

Viele islamische Familien "funktionieren" durchaus noch traditonell, d.h. Männer wirken mehr im "Draußen" und Frauen eher im "Innen", auch leben mehr Familienmitglieder gemeinsam. Obwohl Ehepaare daher vermutlich weniger Zeit gemeinsam (allein) miteinander verbringen, als in der westlichen Gesellschaft, versauert wohl keiner der Partner einsam in getrennten Zimmern vorm TV, denn die eigenen Eltern, Geschwister, Cousinen, Tanten und Kinder des eigenen Geschlechts sorgen für Geselligkeit.

Diesen Punkt darf man auch bei der Kindererziehung nicht vernachlässigen: In traditionellen Gesellschaften ist ein Baby oder Kind nicht einzig und allein "Muttersache", sondern zahlreiche Verwandte stehen ständig in Bereitschaft! Mit dem Trend zur "Verwestlichung" auch in arabischen Sozialmilieus und einhergehender Verkleinerung der regelmäßig zusammenlebenden Familie sinkt quasi parallel auch die Anzahl der Kinder pro (Klein-) Familie; eine Entwicklung, die weltweit beobachtet wird.


Auch im Alltag scheinen kleine Kinder hier nicht zwingend an der Mama zu kleben. Einerseits sind in emiratischen Familien Hausangestellte inklusive Kinderfrauen normaler Standard (mit allen positiven und auch negativen Auswirkungen).
Übrigens haben die VAE als einziges Land der Welt ein "Stillgebotsgesetz"! Seit vergangenem Jahr sind alle emiratischen Mütter dazu aufgefordert, ihr Kind zwei Jahre lang zu stillen, sofern ihnen das medizinisch möglich ist. Über die Durchsetzung des Gesetzes wurde allerdings nicht verlautbart. Ich könnte mir vorstellen, es ist vor allem ein geschickter Schachzug, um einheimische Mütter dazu zu bringen, überhaupt wieder Zeit mit ihren Kleinkindern zu verbringen, die man oft eher nur an der Hand der Nanny sieht ...






















Doch auch die Väter spielen eine aktive Rolle. 
Ich nenne sie immer die "Emirati-Papis". Oft kommt es mir in diversen Shopping Malls oder anderen öffentlichen Orten so vor, als sähe ich immer nur die emiratische Papas allein den Kinderwagen schiebend einkaufen oder stundenlang Kleinkinder auf dem Arm herumtragen. Die Mütter hingegen - leicht erkennbar an der schwarzen Abahya - erlebe ich niemals allein mit Säugling oder Kleinkind unterwegs; immer ist zumindest eine Kinderfrau dabei oder auch ganze Frauentrupps (Schwestern, Cousinen, Tanten, Freundinnen,....), welche abwechselnd das Kind betreuen.































Besonders geduldige Spezies: Der "Emirati-Papa"


In unserem Compound befindet sich genau gegenüber des 'Ladies Gym', in welchem ausschließlich Frauen ihre Fitness trainieren, eine Kinderkrippe. (Es gibt auch noch ein 'Male Gym', das aber ebenso von Frauen besucht wird - eigentlich eine Benachteiligung der Männer, oder?) Wenn ich dort frühmorgens auf Ergometer oder Laufband zugange bin, kann ich die Ankömmlinge beobachten: Expat-Mütter oder auch deren Kinderfrauen aus dem Compound, welche die 0 - 3jährigen in der Einrichtung abgeben. Aber auch viele Emiraties, die zumeist mit dem Auto von außerhalb kommen. Unter letzteren dominieren eindeutig die Väter; einer kommt stets in der Uniform der Emiratischen Streitkräfte. Ob er dort flexible Arbeitszeiten hat? Jedenfalls dauert das Abgeben seines kleinen Sohns, der morgens oft keine Lust auf Krippe hat, doch ziemlich lange ...

Besonders gern sehe ich immer einem Emirati-Papi zu, der seine beiden Töchterchen mit dem Auto bringt. Erst geht die Fahrertür auf, der Vater im eleganten weißen Langhemd steigt aus, geht gemessenen Schritts um den Wagen herum und hebt hinten Tochter 1 (ca. 3 Jahre) heraus. Er stellt sie vorsichtig auf den Boden, zupft das hübsche Kleid zurecht und kauert sich dann hinunter, um mit ihr  irgendetwas Winziges auf dem Gehsteig zu betrachten. Doch da scheint es Protest aus dem Autofont zu geben - der Vater schreitet also zur anderen Tür und hebt Tochter 2 (ca. 1 1/2) heraus.
Während er sie ebenfalls auf den Gehweg stellt, ist Tochter 1 offensichtlich eingefallen, dass sie ihre Tasche vergessen hat. Während sie ungeduldig herumhüpft, holt ihr Vater den Marienkäferucksack und setzt ihn ihr auf.

Tochter 2 rennt mit breiten Wackelschritten weg und wird mehrfach nach einem spielerischen "Wettlauf" vom Papa eingefangen und durch die Luft geschwenkt - um kreischend gleich wieder loszurennen. Bis sie hinfällt und auf Papas Arm dringend getröstet werden muss. Dies wiederum scheint die ältere Schwester mit Eifersucht zu beobachten. Sie zieht also so lange dringlich an der weißen Dischdascha ihres Vaters herum, bis er ihr ein Trinkpäckchen aus dem Auto holt.  

Inzwischen sind locker 10 Minuten vergangen. Bis der Vater kinderlos aus der Krippentür erscheint, wieder in seinen Wagen steigt und vermutlich ins Büro fährt, dauert es dann noch eine ganze Weile. Seine liebevolle Geduld und Gelassenheit bestrickt mich jedes Mal erneut, wenn ich das Trio sehe. Wobei diese drei für unzählige einheimische Kleinkindväter stehen, die ich hier oft in ihrer offensichtlich unerschütterlichen Freundlichkeit und Geruhsamkeit im Umgang mit ihrem Nachwuchs erlebte. Dann erinnere ich mich immer reflexhaft auch an den hektischen "Nun hör aber auf!- Ich muss jetzt zur Arbeit!"-Tumult westlicher Eltern in der Früh in deutschen Kindergärten.

Kein Wunder, dass die Emiaties in der Welt für viele Rekorde bekannt sind, aber nicht für den in Sachen Pünktlichkeit am Morgen. Ist ja klar, wenn die Familie, insbesondere die lieben Kleinen, einen so beschäftigt halten ...




Familienfreundlichkeit made in VAE: kleine Kindertoilette neben der üblichen in einer Mall

Dienstag, 16. Mai 2017

Club-Nacht in style: "Blue Marlin Ibiza U.A.E."


Dämmerung über der Marina: Das "Blue Marlin" ist ein Strandclub

Wer hier öfters auf meinem Blog liest, weiß es schon: Ich löcke ganz gern mal wider den Stachel. Soll heißen: Ich habe eine gewissen Genuss daran, die unendlich vielen und unendlich oft wiederkehrenden Vorurteile über die VAE hervorzuholen, zu widerlegen und mich dabei ein wenig auch zu amüsieren.

Wie oft kommt es vor, dass Menschen, die noch nie hier waren, erstaunlich gut (bzw. eben doch: schecht) "Bescheid wissen". Die Emirate - Das ist doch dort, wo alle Frauen in Burqa gehen müssen. Wo Männer und Frauen nicht miteinander sprechen dürfen, aber wenn sie es doch tun, der Scharfrichter den Kopf abschlägt. Emirate - das ist doch dort, wo ein paar dekadente Luxusmenschen sich Sklaven halten, während sie selbst in vergoldeten Lamborghinis durch den Wüstensand brettern ... (Nein, Logik ist bei solchen Aussagen natürlich keine Pflicht.) Die Emirate - das ist doch "dort unten", wo den ganzen Tag islamisch gebetet wird und wo der IS Bomben wirft und Frauen wie Haustiere gehalten werden.

Nationalitäten, Geschlechter - alles "gemischt". Die Freude am Feiern und Tanzen ist, was hier alle eint.

Tja, bei einigen dieser Dinge werden die VAE wohl einfach oft mit dem zwar Nachbar-, aber dennoch grundsätzlich anders funktionierenden -Land Saudi-Arabien verwechselt. Wer kann schließlich auch alles wissen! Keiner, das ist ja auch nicht schlimm, das kann man ja aber ändern.
Blöd finde ich nur, wenn mancher jedoch ganz absichtlich gar nicht dazulernen will, selbst wenn er die Möglichkeit dazu hat, um seine Vorurteile nicht zu beschädigen. Sowas nennt man dann Ignoranz, und da schwanke ich dann immer etwas zwischen Verärgert- und Belustigtsein.


Restaurant und Technomusik in friedlicher Koexistenz


Heute präsentiere ich mal wieder ein schönes Beispiel, um der Vorstellung etwas entgegenzusetzen, dass die VAE eine freudlose Wüstenei der Burqa-Trägerinnen sei, natürlich ohne Musik und gar Alkohol, ganz zu schweigen von Tanz oder geschlechtergemischter Geselligkeit.

Also ... gehen wir doch - gedacht - einfach gemeinsam jetzt ins "Blue Marlin Ibiza U.A.E." Natürlich (auch wenn viele in der Rest-Welt das nicht glauben können), gibt es hierzulande Bars und auch Clubs wie Sand in der Wüste
Das "Blue Marlin" ist insofern etwas besonders, dass es abseits liegt zwischen Abu Dhabi und Dubai, mitten in einem Hotelresort. Der jeweilige DJ kann also ohne Störung von Nachbaranwohnern unterm freien Himmel bis spät in die Nacht so laut auflegen und mixen, wie er und die feierfreudige Menge mögen.
Wer "kann", kann dorthin - und jetzt bedienen wir doch gern auch wenigstens mal ein Klischee! - mit dem Boot aka Yacht in die Disko gondeln, denn das "Blue Marlin" hat Meerzugang und eine eigene Marina, die ins Partygelände übergeht.

Blick vom Bootsanleger samt Loungebetten hinüber zum Strand des "Blue Marlin" mit Tanzfläche
Der Türsteher passt gut auf. Jedoch nicht etwa darauf, dass die Burqa gut sitzt oder jemand irgend einen horrenden Eintritt nicht zahlen kann. Sondern darauf, dass in den Taschen keine gefährlichen Gegenstände mitgebracht werden, dass alle über 21 Jahren sind und dass nicht zu viele Jungmänner allein oder in Pulks kommen, damit die Nacht weiter friedlich verläuft. Eintritt zahlt man gar keinen - es sei aber auch nicht verschwiegen, dass die Gastronomie schon dafür sorgt, dass der Club hinterher nicht mittellos dasteht ...

Ansonsten: Wie der Name schon sagt, ist die Partylocation ein Ableger des "Blue Marlin" auf Ibiza. Um die Tanzfläche herum gibt es neben den Videoleinwänden überall kleine Terrassen und erhöhte Sitzareale, so dass man sich auch zurückziehen und das Treiben entspannt betrachten kann. Als wir dort waren, fanden sich auch eine ganze Anzahl von Liegewiesen etwas abseits Richtung Bootssteg, doch alle verwaist ... Statt dessen waren die party people mit Sehen & Gesehenwerden sowie Essen, Trinken und natürlich Tanzen beschäftigt. Die Menge ist so buntgemischt, wie die Bevölkerung des Landes allgemein: aus Arabischstämmischen verschiedenster Nationen, aus Europäern, Asiaten, Amerikanern ...

Da steht ein Pferd ... nein, nicht auf dem Flur, aber der Restaurant-Terrasse. Und ihm geht gerade "ein Licht auf"!


Die DJs wechseln jede Woche und auch während des Abends; bekannte Namen aus dem internationalen "Himmel" der Musikaufleger geben sich im "Blue Marlin" die Klinke bzw. das Mischpult in die Hand.

Auf einer Terrasse oberhalb der Tanzfläche befindet sich unterm Sternenhimmel ein Restaurant. Die Küche ist erstklassig. Mein Tintenfisch-Risotto mit Koriander und Parmesan ein Genuss. Wobei die Portionen hier eher diätfreundlich sind - vom Umfang her ... Und auch fürs Portemonnaie: Das hat nach Begleichen der Rechnung nämlich definitiv abgenommen.


Burqa am Abend? Nein, eher "Fischernetz-Bikini-Stil"


Nicht wirklich ein Problem für das Jetset der jeunesse dorée in den VAE, klar. Und Jugend, in verschiedener Wortbedeutung auch "goldene", ist die absolut vorherrschende Spezies im Club. Da in den Vereinigten Arabischen Emiraten niemand in Bars oder Clubs unter 21 Jahren hineindarf (da Alkohol erst ab 21 ausgeschenkt wird), ist das Alterslimit schon einmal nach unten gegeben. Nach oben hin - sicher sind nicht sehr viele über 35. Die VAE sind eben ein sehr "junges" Land, im Alltag sieht man selten jemanden über Mitte, Ende 50 - weder Einheimische noch Expats.

Betrachtet man die vielen jungen Leute um sich herum, sieht es aus, als habe man den Setkarten-Schrank einer Model- oder Schauspieleragentur geöffnet und die Fotos dort zum Leben erweckt: So viel natürliche Schönheit (gelegentlich vielleicht beim Schönheitschirurgen auch "nachgeholfene"?), so viel darauf verteilter Make-up-Glanz und so viel schicke, teils auch verruchte Fummel auf einem Haufen! Während bei den Jungmännern sportgestählter Body unterm lässigen T-Shirt (wenn überhaupt) auszureichen scheinen, blitzt und glitzert es bei den Mädchen schon um einiges mehr in Sachen Outfit.


Bei einigen von ihnen fühlte ich mich an das schlaue Mädel aus dem Märchen "Die kluge Fischerstochter" erinnert: "Komm nicht nackt, aber auch nicht bekleidet!" Ein schick um den wohlgewachsenen Körper drapiertes Fischernetz macht den Coup im Märchen möglich - hier über einem Mini-Bikini und garantiert vom Designer!


Und erst die beiden Go-Go-Tänzerinnen, überm DJ-Pult - Da wird manchem Zuschauer vermutlich nicht allein davon heiß, dass die Nachtluft noch über 30° C hat ...

Was ich immer wieder erstaunlich finde hierzulande: Obwohl der Alkohol durchaus in Strömen fließt, ob nun als Bier, Cocktail oder Champagner ... nie sieht man Betrunkene, angeschickert offensiv knutschende Pärchen oder gar Schlägereien. Zum einen sorgen dafür ganz dezent agierende Security-Leute, die niemals grob sind (falls man, was selten ist, tatsächlich einmal Augenzeuge einer Intervention wird) - statt dessen wird dem Betreffenden freundlich klargemacht, dass er nun lieber heimgeht. Zum anderen mag es auch an einer Art sozialem Gruppenzwang des "Das macht man doch aber nicht!" liegen, dass bestimmte Auswüchse der Feierei hierzulande quasi nicht vorkommen.

Wer also einmal Lust auf laute Musik, ausgelassene junge party people, schickes Ambiente, gutes Essen, persönliche Sicherheit und auch ein bisschen Dekadenz - warum nicht - hat, kann also in den Emiraten durchaus auf seine Kosten kommen.


Geöffnet ist das "Blue Marlin" an den Wochenenden - und immer proppenvoll

Sonntag, 30. April 2017

Cityscape - Immobilienmesse mit Ausblicken



Modell der Bebauung auf Saadiyat Island; im Vordergrund der Museumsdistrikt mit dem ebenfalls noch zu bauenden hiesigen Guggenheim-Museum (li.) sowie dem vor der Eröffnung stehenden, runden Louve Abu Dhabi (re.)


In den Emiraten wird, das haben wir ja inzwischen schon mehrfach festgestellt, nicht nur gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Besonders gut passt die Metapher natürlich in Sachen Großbauprojekte.

Auf der jüngst beendeten Messe Cityscape 2017 auf dem ADNEC-Messegelände der Hauptstadt Abu Dhabi wurde dies wieder einmal deutlich. Ein sowohl optisch als auch zeitlich interessanter "Ausblick" darauf, wie in näherer Zukunft die emiratische Metropole aussehen soll. Details zu Ausstellern und Projekten finden Sie auf der Homepage der Cityscape.


 

Wenn man die zahlreichen Architekturmodelle zur geplanten Bebauung der emiratischen Hauptstadt in den kommenden Jahre betrachtet, kann man nicht umhin festzustellen, dass Abu Dhabi mit seinen derzeit "nur" rd. 621.000  Einwohnern zum Ziel hat, sich binnen der kommenden 15 Jahre nicht einfach zur zu verdoppeln ... 

Nein! - das  Stadtplanungsprojekt "Greater Abu Dhabi City" bis 2030 sieht vor, dass dann etwa 3 Millionen Menschen hier leben werden. Anschaulicher vorstellbar ist dies tatsächlich, wenn man sich die Modelle der gigantischen Areale ansieht, die mit hunderten, ja tausenden Wohnungseinheiten bebaut werden könnten. 
Dass diese Pläne auch bei den Investoren hochbegehrt sind, kann man allein schon daran absehen, dass beispielsweise die vordere Reihe der Wohnbauten mit Meerblick in der geplanten Saadiyat-Island-Erweiterung Nähe Museumsdistrikt schon am dritten Tag der Messe so gut wie ausverkauft waren. Mit Quadratmeterpreisen um die umgerechnet ca. 4000 - 5000 Euro liegt diese Bebauung damit auf einer Linie mit anderen hochwertigen internationalen Lagen.

Internationale Aussteller und Besucher - drei Tage lang in Sachen Architektur und Immobilien auf dem ADNEC-Gelände
 
Doch nicht nur Projekte für einheimische Zwecke konnten bewundert werden. Auch Planungsbüros, Makler usw. mit ihren Offerten aus u.a. Bosnien-Herzegowina, Großbritannien, China, Aserbaidschan, Zypern, von den Seychellen oder aus Portugal waren zur Stelle - insgesamt wurden Repräsentanten aus 67 Ländern verzeichnet.

Aufwändig erstelltes Modell einer Wohnbebauung auf der Cityscape Abu Dhabi 2017


Montag, 24. April 2017

CinemaSpace Abu Dhabi: Programmkino der Extraklasse


Eines der wenigen Dinge, die ich hier in Abu Dhabi vermisse, sind Programmkinos. Denn eine Vielzahl großer, großartiger Multiplexe findet sich in den hiesigen Malls zwar durchaus. Inklusive einer Menge Bollywood-Produktionen sowie natürlich den Krachern aus Hollywood - bevorzugt aus den Genres: laut, kriegerisch, explosiv, Weltuntergangs- und Alien-lastig sowie Horror. Oder aber ... sehr schmalzig.
Was mir persönlich jedoch fehlt, sind die kleineren Produktionen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, welche oft etwas realistischere Themen aufgreifen und die in Europa in den kleineren, unabhängigen Kinosälen gezeigt werden.

                                                                                                                                                                         Bild: Pixabay


Diese "Lücke" zu schließen hat sich in Abu Dhabi ein junger Mann auf die Fahnen geschrieben. Ein wahrer Cineast, der so bescheiden ist, hinter sein "Produkt" (Abu Dhabis einziges Programmkino) zurücktreten und anonym bleiben zu wollen. Nennen wir ihn deshalb einfach Mohammed, denn so heißt hier gefühlt jeder zweite. Seine Eltern stammen aus Indien, er selbst jedoch ist bereits in Abu Dhabi geboren und aufgewachsen.

Diese Filmvorführungen im CinemaSpace Abu Dhabi "leben" nicht zuletzt auch dadurch, dass er jeweils zu Beginn eine kurze Einführung in Dreharbeiten, Handlung und Bedeutung des Streifens gibt - alles im geschliffensten Englisch und mit so viel persönlichem Enthusiasmus vorgetragen, dass man schon allein dadurch neugierig auf den anschließend gezeigten Film wird. Man hat wirklich das Gefühl, bei einem filmkundigen Freund daheim zum Pantoffelkino eingeladen zu sein, der einem gern seine Lieblingsstreifen zeigen möchte.

Gegenwärtig das "Gesicht" von CinemaSpace: Szene aus "Picknick am Valentinstag", 1975


Regelmäßig zwei-, dreimal die Woche lädt er in einen Hörsaal des Museumsdistrikts auf Saadiyat Island ein. Zuvor im Medienviertel der Hauptstadt, im twofour54 beheimatet, bietet der neue Ort nun noch mehr und auch bequemere Sitze.

Was hier über die Leinwand flimmert, sind echte Perlen der Kinogeschichte, denn neben aktuellen Independent-Streifen aus verschiedensten Ländern gibt es immer wieder auch sowohl einst sehr bekannte wie auch eher unentdeckt gebliebene Filme zu sehen.
Genauso weit wie der zeitliche Fächer ist auch die Genrevielfalt gehalten: Vom Monumentalfilm wie den "Zehn Geboten" (1956) über Familienfantasy ("Der Zauberer von Oz", 1939) und Zeichentrick, wie z.B. "Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH" (1982) über alte Western ("Shane") bis zu Zeitgenössischem, wie "Refugiado" (Argentinien 2014), der Suche eines Jungen und seiner Mutter nach einem gewaltfreien Leben. Ebenso gibt es immer wieder Gewinner von Filmfestivals zu sehen, wie "Mustang" um fünf türkische Schwestern, der 2015 in Cannes prämiert und für den Oscar nominiert wurde.

Nicht nur ist das Engagement von Mohammed und denjenigen, die ihn unterstützen  ehrenamtlich, um der Filmfreundesgemeinde von Abu Dhabi regelmäßig hochwertige Kinokost anbieten zu können.
Auch für die Besucher sind diese besonderen Filmabende völlig kostenlos! Nur um vorherige Anmeldung auf der CinemaSpace-Homepage wird gebeten, um die benötigten Plätze seitens des Veranstalters abschätzen zu können. Auf der Seite kann natürlich auch immer das aktuelle und geplante Kinoprogramm eingesehen bzw. der Newsletter abonniert werden. Auch auf Facebook kann man alles zur Information Nötige über CinemaSpace Abu Dhabi finden.


Mittwoch, 19. April 2017

Radiohören in VAE - Einmal um die Welt bitte!


Radiohören ist für die meisten Alltag: Im Radiowecker, beim Duschen, im Auto, beim Kochen oder ... Spannend natürlich immer, sich in die Wellenlängen fremder Orte einzuklinken!

Wobei - jahrelang hatte ich dieser Gewohnheit fast abgeschworen. So interessant es für den Ausländer sein mag, mal in fremde Sendestationen hineinzuhören ... so ermüdend kann es sein, wenn man die fortwährenden Koranrezitationen im saudischen Sender sowieso nicht versteht, in Indien nicht (permanent zumindest) auf Bollywoood-Hits steht und auch die libysche Popmusik mir bei aller Liebe auf Dauer doch zu schmalzig war. (Ich sage nur; *weibliche Kopfstimme*: "HABIIIBIIIII" !!!)

                                                                                                                                                       Bild: Pixabay


In den Vereinigten Arabischen Emiraten hingegen kommt beim Radiohören keine Langeweile auf! Es gibt eine ganze Anzahl englischsprachige Kanäle mit muttersprachlichen Moderatoren, bei denen man sich anfangs auf der Senderskala "verwählt" zu haben glaubt - klingt es doch wie lupenreines amerikanisches Frühstücksradio oder aber eine britische Feierabend-Sendung.

Besonders beliebt sind hier Radio 1: Die neuesten internationalen Chart-Hits sowie House Music-Club-"Feger" - und damit meine ich wirklich die NEUSTEN; wir wussten lange Zeit immer schon Wochen im voraus, was beim nächsten Deutschlandurlaub dann dort als "brandneu" auf den Sendern laufen würde. Außerdem Radio 2: Das ist mehr für die "Oldies" unter uns, spielt man doch dort die ganzen Erfolge der 80-er, 90-er und frühen 2000-er Jahre.

Doch auch Virgin FM ist ein bei den Jüngeren beliebter Sender. Wem Pop und Rock auf die Nerven fallen, kann sie bei Classic FM wieder beruhigen. Dort wird leichte Klassik sowie Jazz gespielt.

Sender in den "Zungen" dieser Welt


Doch die Arabischen Emirate wären nicht die Emirate, wenn sie nicht den Bedürfnissen unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen und Herkunftskulturen Rechnung trügen! Selbstredend gibt es im Land diverse arabischsprachige Sender, deren Programm von rein religiösen Inhalten über lokale Themen und internationaler Berichterstattung auf Arabisch bis hin zu einheimischer Popmusik reichen.

Da die VAE ein Vielvölkerstaat sind, ist die Radio-Landschaft jedoch noch viel, viel bunter! Da finden sich Sender auf Tamil, Hindi, Russich, Urdu, Tagalog, Malayalam und sogar Farsi (obwohl die VAE politisch gesehen kein großer "Freund" des Iran sind, wird doch der hier - zwecks Arbeit oder auch halb im Exil - lebenden Iraner "ihr" Radioprogramm vergönnt).
Die Musikfarben reichen von religiöser über regional-traditionellen bis hin zur jeweils im Lande aktuellen Pop- und Rockmusik.

Meist höre ich die englischsprachige, vertraut klingende Moderation der internationalen Hit-Maschinerie von gestern und heute. Ich will ja beim Autofahren lauthals mitsingen können! (ja, das Fenster bleibt dabei geschlossen ;-) ). 
Doch öfters gelüstet es mich auch nach exotischeren Klängen. Es macht einfach Spaß zu raten, worüber die Sprecher wohl gerade scherzend mögen, beim abendlichen Kochen während des Gemüseschnippelns ein paar Bauchtanz-Bewegungen zu praktizieren oder beim Nudeln Abschrecken in schmachtende Bollywood-Tanzerei auszubrechen. Sieht ja niemand - und falls meine jüngere Tochter hereinkommt, macht sie einfach mit.

Wer jetzt neugierig ist und einmal in diese Vielfalt hineinhören möchte, hat auf dieser Übersicht der Sender wie auch dieser ganz ähnlichen Liste die Qual der Wahl! Fröhliche Horizonterweiterung und viel Spaß!

Mittwoch, 12. April 2017

Fahrradfahren - in der Wüste, auf der FORMEL EINS-Rennstrecke oder in den Dünen

Radrennwettbewerb - hier ein Bild direkt vor der Sheikh Zayed Grand Mosque Abu Dhabi, der "Großen Moschee"

Ich kenne buchstäblich niemanden hier in Abu Dhabi (näher), der oder die in der Freizeit überhaupt keinen Sport treibt. Ob Schwimmen, Joggen, Kraftsport, Kricket oder Karate, ob Fußball, Tanzsport, Tennis, Zumba, Pilates, Bauchtanz, Rugby, Kanu, Joga, Reiten oder Fun-Sport ... hierzulande gibt es wohl kaum eine Sportart, der nicht gefrönt wird - selbst einheimische Eiskunstläuferinnen und eine Eishockeymannschaft unter emiratischer Flagge gibt es!
Yas Marina Circuit: Sonntags und dienstags für alle, mittwochs nur für Frauen
Das hat sicher mehrere Gründe: Zum einen bewegt sich der Mensch hier aufgrund klimatischer Gegebenheiten eher wenig im Alltag draußen - Abu Dhabi und Dubai sind eindeutig für den Autoverkehr geplante Städte. Da die meisten westlichen Expats sehr gut (aus)gebildet sind und sich der gesundheitlichen Gefahren eines vornehmlich zwischen Bürostuhl, Autositz, heimischem Sofa und Barhocker pendelnden Lebensstils bewusst, wird also aktiv etwas gegen diese Gesundheitskiller unternommen. Überdies besteht ein breites Rundumangebot sportlicher Möglichkeiten, so dass jede/r das Passende finden kann.

Auch der Radsport versammelt mittlerweile eine große Anhängergemeinde in den Emiraten. Das Fahren selbst wird nicht langweilig, denn sehr unterschiedliche Orte laden dazu ein, sich in den Rennsattel zu schwingen.

Geher, Jogger und Radfahrer auf getrennten Bahnen


Jedes Jahr im November wird Abu Dhabi zum Mekka für alle Formel 1-Fans, dann versammelt sich am Ring auf Yas Island hier eine internationale Menschenmenge. Das bedeutet: die restlichen elf Monate im Jahr wird die Rennstrecke an und für sich nicht wirklich gebraucht - zumindest nicht ihrer eigentlichen Bestimmung entsprechend. Wäre ja schade um die wunderbar in Schuss gehaltenen, begrünten Anlagen! 
Also steht der Yas Marina Circuit jeden Sonntag und Dienstag ab 18 Uhr der Bevölkerung aller Altersklassen zum Laufen, Gehen oder eben auch Radfahren zur Verfügung - natürlich kostenlos! Egal, ob man nun allein, mit Freunden oder ganz in Familie sporteln will - man muss sich lediglich zuvor für den Zutritt auf dieser Homepage registrieren. Fahrräder und Helme können auch ausgeliehen werden. 

Mittwochs lädt die Strecke alle Frauen Abu Dhabis zum Trainieren ein, die gern "unter sich" bleiben möchten. Allen Triathlon-interessierten Frauen in Abu Dhabi sei darüber hinaus auf Facebook die Gruppe "Tri Belles Abu Dhabi" ans Herz gelegt!

Wer sich über Radlertreffs in Abu Dhabi allgemein informieren möchte, kann das hier gern tun.

Radfahren ist neben Schwimmen und Laufen nur eine Disziplin im Triathlon - hier Teilnehmerinnen aus Abu Dhabi an einem Triathlon 2016 in Dubai. Die "radelnden Damen von Abu Dhabi! findet man im Internet hier.                                   photo by Kate Turney

Radfahren in der Wüste und am Berg


Wer nicht im schicken Formel 1-Ambiente in der Stadt radeln will, sondern lieber in der Natur, kann dies quasi Tag und Nacht ca. 40 km von Abu Dhabi entfernt mitten in der Wüste tun! Auf dem Al Wathba Cycle Track kann man sich entscheiden, ob man 8 km, 16 km, 20 km, 22 km oder 30 km Radfahren mag.
Es gibt Duschkabinen, Schließfächer, einen Fahrradzubehörladen - und nachts ist die Asphaltstrecke per Flutlicht beleuchtet.
 
Beliebt bei Abu Dhabis Radfahrern: die außerhalb der Stadt gelegene Asphaltstrecke Al Wathba in der Wüste

Sehr beliebt bei eher leistungsorientierten Radlern ist die Bergstrecke in Al Ain. Zu dieser Oasenstadt gehört auch eine der höchsten Erhebungen der VAE, nämlich der Dschebel (=Berg) Hafit, der sich 1240 m über seine Umgebung erhebt. Die über viele Kurven gewundene Straße hinauf ist 11,7 km lang - und daher von der Steigung her eine anständige "Herausforderung" für jeden Radfahrer ... (Fotos)


Mehr in Richtung Spaß-Sport geht es, wenn man sich einmal mit dem 'Fat-Bike' die Dünen des "Leeren Viertels" (die Rub Al Khali ist die größte zusammenhängende Wüste der Erde) hinauf- und hinabwagen will. Die extra für das Fahren im Sand konstruierten Räder mit den "fetten" Reifen machen's möglich. Das Luxushotel Qasr Al Sarab Desert Resort by Anantara bietet solche Ausflüge als "Sand-Radfahrer" mit sachkundiger Begleitung an.

Mit dem "Fat Bike" kann man sogar im lockeren Wüstensand radfahren


Wolfi's Bike Shop - Fachmännisches in Dubai


Auch in Dubai gibt es natürlich Radfahrervereine, informieren kann man sich u.a. hier oder hier oder auch hier.
 

Räder gibt es in fast jedem großen Sportausstatter zu kaufen - fachmännische Beratung jedoch und besonders das Flair machen den Besuch in Wolfi's Bike Shop in Dubai unverwechselbar. Der ahnungslose deutsche Besucher dreht garantiert den Kopf, wenn er auf der vielspurigen Sheikh-Zayed-Road den Hochhausstadtteil Jumeirah verlässt und vor sich schon den Burj Khalifa aufragen sieht - und dann, nichtsahnend -, auf einmal dieses so deutsch anmutende Logo am Straßenrand entdeckt! Wolfi Hohmann aus dem Schwarzwald kümmert sich seit fast 15 Jahren darum, dass Radsportler und Freitzeitfahrer das passende Rad finden.

"Institution" für Radsportfreunde in Dubai: Wolfi's Bike Shop!


Mit dem renommierten Flugunternehmen Emirates haben die Radspitzensportler der VAE, ein international besetzes Team namens "UAE Team Emirates", einen starken Sponsor gefunden, der diese Sportart im hiesigen Teil der Welt noch populärer machen soll.


Foto 1: http://www.adsc.ae/en/media-center/press-releases/abu-dhabi-tour-gets-2017-world-tour-status/

Foto 6: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10154274588375780&set=gm.10154972565070781&type=3&theater

Foto 7: https://www.platinum-heritage.com/wp-content/uploads/2015/08/Guide-and-Rider.jpg?id=1517


Montag, 3. April 2017

Mars-Menschen made in UAE

Ich würde es nicht als Luftschloss bezeichnen. Es wird nämlich ein ... Mars-Schloss! 

Hat jemand vergangenes Jahr den Film "Der Marsianer" mit Matt Damon als allein auf dem Mars vergessenen Angehörigen einer Mars-Expedition gesehen? Wirkte jetzt nicht direkt einladend, die karge, beeindruckende, für Wüstenbewohner aber eher "gewohnte" Szenerie mit der lebensfeindlichen Atmosphäre da.

Im Inneren der geplanten Mars-Kolonie

Wenn man den Bildern glaubt, welche jüngst anlässlich der Einweihung des "Mars 2117 Project" der Vereinigten Arabischen Emirate gezeigt wurden, soll es ja in hundert Jahren dort ganz gemütlich für Erdlinge werden, welche den Mars besiedeln wollen.

Die hochfliegenden Pläne wurden vor kurzem bei einem Gipfeltreffen der Regierungen dieser Welt vor Vertretern aus 138 Ländern enthüllt.

Vorausgehen soll der Besiedelung eine Reihe von Forschungen, die sich hauptsächlich um Transport, Energiegewinnung und Nahrungsmittelerzeugung auf dem Mars drehen - warum kommt mir jetzt automatisch eine bestimmte Stelle aus o.g. Film in den Sinn? (Wer ihn kennt, weiß, welche ich meine ... :-)  )

Sheikh Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Premierminister und Kronprinz von Abu Dhabi, erklärte, dass das kurzfristige Ziel der Initiative sei, die Kapazitäten und Fähigkeiten junger Emiraties zu entwickeln: "Das 'Mars 2117 Projekt' ist ein langfristiges, das anfangs helfen soll, unsere Bildung, die Universitäten und Forschungszentren weiterzuentwickeln und junge Emiraties zu befähigen, alle Disziplinen wisssenschaftlicher Forschung zu besetzen."

Mars-Siedlung



Es ist ein gewaltiger technischer Unterschied, ob der Mensch eine (immer noch bemerkenswerte) mehrtägige Expedition zum Mond hinbekommt - oder aber eine dauerhafte Besiedelung eines fremden Planeten anstrebt!

Der Mann mit dem möglicherweise umfassendsten Wissen zum Thema Mars-Kolonisation ist Elon Musk. Der Erfinder des Tesla-Elektroautos, Initiator von PayPal und Gründer von SpaceX entwickelt gerade eine Rakete, um eine große Anzahl von Menschen gleichzeitig zum Mars bringen zu können - mit dem Ziel, diesen zu besiedeln. Auch er war auf  genanntem Kongress, um zu den Abgesandten zu sprechen.

SpaceX plant, unterstützt von der NASA, bereits in ca. zwei Jahren unbemannt zum roten Planeten zu starten, wenn Erde und Mars eine günstige Position zueinander haben. Musk erklärte, er würde die erste Crew dann gern 2024 ins All bringen. Ehrlicherweise gab er auch zu bedenken, dass es zur Zeit noch keine Garantie gäbe, solch ein Wagnis mit Sicherheit zu überleben; das würde auch allen Enthusiasten klargemacht, welche sich dafür melden.


Stadt auf dem Mars, Konzept emiratischer Ingenieure


Die VAE verkündeten 2015 eine Mars-Probemission, welche das erste Raumschiff der arabischen Welt zu einer Erkundungsmission des roten Planeten senden will - geplant ist dafür das nicht mehr so ferne Jahr 2021.

Die Pläne für die erste Mars-Kolonie jedenfalls wurden von einem emiratischen Ingenieur-Team gemeinsam mit Wissenschaftlern und Forschern entworfen. Es ist das Konzept für eine Mars-Stadt, welche von Robotern erbaut werden soll. Es umfasst Energiegewinnung, Transport, Nahrungsmittelerzeugung sowie infrastrukturelle Aufgaben.

Wie auch immer - sehen wir das gewaltige Projekt als das, als was es Sheikh Mohammed Bin Zayed ausführte: Einen großartiger Anstoß zur Entwicklung von Forschung auf allen die Raumfahrt berührenden Feldern.


Bilder: Dubai Media Office
 

Montag, 20. März 2017

Warum Expats gerne länger in den VAE verweilen

Dubai bei Nacht - mehr als nur optisch anregend
 
"Dubai bubble", die "Blase Dubai" ist ein oft gebrauchter Begriff, der sich auch auf Abu Dhabi anwenden lässt: Gemeint ist dieses recht einmalige Konglomerat an Sprachen, Nationalitäten, Hautfarben, Herkunftskulturen in einem harmonisch wirkenden Miteinander, das bei hohem Lebensstandard den Firnis des "Schneller, Höher, Weiter" trägt, der insbesondere in Dubai mit regelmäßigen Rekorden aller Art gepflegt wird.

Eine neuerliche Studie von DIFC Wills & Probate Registry (WPR) zeigte, dass 64 % der befragten Expats, die für eine bestimmte Zeitspanne zum Leben und Arbeiten in die Vereinigten Arabischen Emirate kamen, signifikant länger als ursprünglich geplant bleiben. Natürlich zählen darunter auch tausende Syrer; Jemeniten oder Irakis, die einfach froh sind, wenn ihre Visa momentan hier einfach stillschweigend verlängert werden.
Der Großteil der "Bleiber" wird jedoch von Expats gebildet, die problemlos in ihre Heimat heimkehren könnten, sich jedoch einfach an den "bubble lifestyle" gewöhnt haben. So blieben i.d.R. die Befragten drei Jahre länger als vorgesehen. Doch immerhin jeder Zehnte von ihnen lebt bereits über 20 Jahre länger zwischen Wüstendünen, Wolkenkratzern, Wasserparks und ständig neuen Attrationen unter dem (fast) immerblauen emiratischen Himmel! Nicht zu vergessen überdies, dass die persönliche Sicherheit in diesem Land extrem hoch ist.

Emirate: hoher Freizeitwert

Lebensgefühl "Laufen und Springen"


Dass sich so viele angezogen und auch länger wohlfühlen in den VAE, hat sicher mit dieser speziellen Atmosphäre zu tun: Ständig entsteht ein neues Wohnviertel, eine neue Mall, ein neuer Park. Es ist dieses "Vorwärts"-Gefühl, das von einer leichten momentanen Stagnation in einigen wirtschaftlichen Bereichen nicht ausgebremst werden kann.
Mir sagte ein Emirati einmal: "Wir Emiraties sind es gar nicht mehr gewohnt zu gehen, um voranzukommen. Wir können inzwischen nur noch rennen und springen - immer weiter!"

Dem Holpern in der Ölbranche will das Land mit diversen Vorkehrungen begegnen, insbesondere dem Ausbau von Tourismus, Handel und erneuerbaren Energien. Unlängst hieß es aus Regierungskreisen (Kronprinz Hamdan von Dubai), dass "2016 der nicht an den Ölsektor gebunde Außenhandel der VAE 1.276 Billiarden AED erreichte. Die Fluktuationen am Weltmarkt beeinträchtigten nicht die performance in diesem Sektor (...) Handel ist nicht nur wichtig für die wirtschaftliche Diversifizierung, es ist auch ein bedeutender Teil unseres historischen Erbes."



Doch nicht nur in diesen Bereichen geht es voran. Wenn man bedenkt, das das Land noch vor 50 Jahren nicht als solches existierte und die Städte nur aus einigen Häuseransammlungen bestanden, doch heute zu den modernsten der Welt gehören, bewegt sich viel.
Die Regeln rund um den Straßenverkehr sind mittlerweile auf westlichem Niveau (mit drastischen Strafen fürs Übertreten). Und es wird für Verkehrssünder auch keinesfalls leichter. Neulich wurde vermeldet, dass die Dubaier Polizei von der Abteilung Verkehrssicherheit gerade eine neue technische Möglichkeit "ausheckt", um Fahrer mittels eines Radars dingfest zu machen, die ohne Sicherheitsgurt fahren oder aber in irgendeiner Form während des Fahrens mit ihrem Mobiltelefon "beschäftigt" sind. Ein Delikt, dass leider bei aller Gefährlichkeit nur allzu verbreitet in den VAE ist ...

Rechte von Haushaltshilfen werden gestärkt


Ministerien sorgen dafür, dass auch  Arbeitsmigranten aus sogenannten "Drittweltstaaten" hier einklagbare Rechte haben - das gilt nicht nur für Bauarbeiter etc. (ich berichtete); dieser Tage wird ein neues Gesetz verabschiedet, das die Arbeits- und Urlaubszeiten, Lohn und sonstige Grundrechte von Haushaltsangestellten eindeutiger als bisher regelt. Es liegt auf einer Linie mit der International Labour Organisations Convention 189 und der Empfehlung 201 über angemessene Arbeitsbedingungen für Haushaltshilfen.

Was möglicherweise noch weitreichender ist: 2015 wurde vom Präsidenten Sheikh Khalifa ein Anti-Diskriminierungsgesetz für die VAE verabschiedet. Darin ist festgeschrieben, dass jegliche Diskriminierung aufgrund von Religion, Herkunft, Rasse, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit oder Kaste verboten sind.

Anti-Diskriminierungsgesetz verabschiedet


Insbesondere die Herabwürdigung jeglichen religiösen Glaubens - egal, welches! - und religiös motiverter Hass oder Beleidigung und Herabwürdigung in Wort, Schrift (z.B. soziale Medien) oder Handlung werden gesetzlich verfolgt und bestraft (Geld- und Haftstrafen bis zu zehn Jahren).

Ich frage ich mich manchmal - insbesondere, wenn ich einmal wieder in deutschen Kommentaren zu Medienberichten gelesen habe - warum ausgerechnet HIER so ein Gesetz bekräftigt und unterstrichen wird? Während mir in den sozialen Medien meines Heimatlandes, das diese Dinge längst im Grundgesetz verankert hatte, Beleidigung und Hass auf andere, Andersartige, Andersdenke, anders Betende,.... seit einiger Zeit wie Unrat nur so entgegenquillt, habe ich in fast 5 Jahren meines Lebens in den VAE noch nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise erlebt oder bemerkt, dass hier die Leute aus über 200 Nationen übereinander herziehen, sich vollpöbeln, böse Blicke zuwerfen oder gar tätlich werden - bei so viel geballter "Andersheit" auf den Straßen gäbe es da viele (vorgebliche) Gründe!

Zum besonderen "spirit", der zum Leben in den Vereinigten Arabischen Emiraten positiv beiträgt, müsste man sicherlich auch die oft originellen und realitätsorientierten Aktionen der Regierenden zählen, speziell Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktum von Dubai trägt dazu kräftig bei.

So müssen auf seine Initiative hin neuerdings jugendliche Raser, welche auf öffentlichen Straßen gefährliche Motorrad-Stunts vollführen oder sich gar nächtliche Autorennen liefern und damit die Sicherheit aller attakieren, zur "Strafe" - ausgestattet mit orangener Weste - die Gehwege der Metropole reinigen. Die Bilder der Aktion wurden in den sozialen Medien zig-fach geteilt und zustimmend kommentiert

Strafdienst im Zoo für Grausamkeit. https://twitter.com/DXBMediaOffice/status/841985112623456257?ref_src=twsrc%5Etfw
 
Eine andere Zeitungsmeldung erreichte vorige Woche sogar deutsche Medien: Schnell hatte sich im Internet ein grauenvolles Handy-Filmchen verbreitet, das insgesamt drei Männer zeigte, welche eine lebendige, eingesperrte Katze - offensichtlich einem extra darauf scharf gemachten - Rottweilern zum Zerfleischen gaben. Diese Tierquäler wurden innerhalb kurzer Zeit polizeilich dingfest gemacht
Sheikh Mohammed erklärte, dass sie mit diesem "bestialischen Akt grundlegende menschliche Regeln missachtet sowie muslimische Werte verletzt" hätten. Er verfügte, dass sie nun drei Monate lange jeden Tag den Zoo Dubai putzen müssen.

Global Teacher Prize


Sicher tragen solche schnellen und eingängigen Aktionen der Regierung zur Verbundenheit der ständig oder zeitweise hier lebenden Bevölkerung bei. Natürlich gibt es aber auch erfreuliche Anteilnahme anderer Art. Als Beispiel sei genannt, dass gestern die kanadische Lehrerin Maggie Mac Donnell von Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktum mit dem auf eine Million US-Dollar dotierten Global Teacher Prize in Dubai geehrt wurde. Die Jury zeichnete die Pädagogin für ihre vorbildliche Arbeit mit Schülern in der kanadischen Arktis aus. Marie-Christine Ghanbari aus dem Münsterland schaffte es als erste Deutsche unter die zehn Finalisten. (Wie, erzählt sie hier im Interview.) Beworben hatten sich mehr als 20.000 Lehrer aus 179 Ländern bei der Varkey Foundation, die jährlich den Preis vergibt.

Maggie MacDonnell mit Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum bei derVerleihung des Global Teacher Prize in Dubai  (Foto: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/bild-1139485-1120102.html)

Dubais Herrscher: Spaziergänge in der "Masse"


Klar, solche internationalen Anlässe in die VAE zu holen und o.g. Auftritte diverser Art sind nicht zuletzt für die emiratischen Emire auch medienwirksam und PR-Arbeit im eigenen Interesse. Doch stets fällt einem insbesondere als Nicht-Emirati auf, wie volksnah die "Könige" hierzulande unterwegs sind.

Der 2004 verstobene Staatsgründer, Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, ist ein geradezu legendäres Beispiel dafür. Regelmäßig hört man hier Geschichten von Leuten, die ihm zu Lebzeiten persönlich begegnet sind, weil er eigentlich ständig in seinem Land, unter seinen "Schäfchen" unterwegs war und mit den Menschen ins Gespräch kam.

Auch die heutigen Regierungschefs knüpfen an diese emiratische Tradition an. Wer "Scheich Mo", wie ihn seine Bevölkerung liebevoll nennt, noch nicht selbst in Dubai begegnet ist, kann regelmäßig in den sozialen Medien erleben, wie er "inkognito" (aber natürlich erkennt man ihn überall) in Shopping Malls, auf Festivals, zum Essen mit einigen Verwandten und Freunden in öffentlichen Cafés sich unters Volk mischt (hier ein Clip, wie er in einem vollbesetzes Café an der Dubai Mall Platz nimmt).

Auch der "König" wartet an der Ampel auf Grün


Vor wenigen Tagen machte ein Clip die Runde, wie der Herrscher von Dubai sowie Premieminister und Vizepräsident der VAE zu Fuß mit einigen Emiratis geduldig an einer belebten Ampelkreuzung auf Grün watete (Video hier). Ein Schelm, wer Arges dabei denkt - natürlich auch hier eine geschickt platzierte PR.

Dennoch - interessant fand ich den Kommentar eines Inders darunter, welcher zu bedenken gab: "Wie erfrischend natürlich! Wenn in Indien ein Politiker von A nach B will, sind stundenlang alle Straßen gesperrt!" Das kann ich in Erinnerung an viele, viele Warteminuten - damals, während unserer Jahre in New Delhi - auf polizeilich für "hochrangige Personen" abgesperrten Kreuzungen nur bestätigen ...
By the way ... wie leicht kommt man eigentlich ohne Voranmeldung an hochrangige bundesdeutsche Politiker im täglichen Leben "heran"?

Die VAE feiern jegliche internationalen "großen" Feste


Zum guten Schluss. Was ist es, was es den hiesigen vielen Expats so leicht macht, ihre Verträge verlängern zu wollen  - neben Sonne, Sand, Entertainment und persönlicher Sicherheit? Es gibt einfach ein gutes, ein "willkommenes" Gefühl, wenn im islamischen Land VAE vor Weihnachten überall die Weihnachtsdekorationen, weihnachtliche Märkte und Kulturveranstaltungen sowie Christmetten das entsprechende, von daheim gewohnte "Flair" verbreiten.
Vor Diwali kann sich die hinduistisch geprägte Gast-Bevölkerung über entsprechenden Zierrat in den Malls freuen; großartig und farbenprächtig wird für die fernöstlichen Expats das chinesische neue Jahr begangen!

Hotel Burj al Arab in "irischem" Grün am 17.3. anlässlich des St. Patricks Day

Vorigen Freitag, am 17. März, erstrahlten alle wichtigen Gebäude hierzulande in sattem Wiesengrün - vom Burj al Arab über den Burj Khalifa in Dubai bis hin zum Hotel Yas Viceroy oder dem "Schiefen Turm", dem Capital Gate, in Abu Dhabi.
Wer sich nun vielleicht fragt, warum an diesem Tag alles knallgrün aussah - da er oder sie vielleicht weder mit Irland noch mit den VAE vertraut ist: Ganz einfach. Der 17. März ist St. Patricks Day! Dieser Tag wird in der römisch-katholischen Kirche zu Ehren des Heiligen Patrick begangen, und insbesondere von den Iren, als deren Schutzpatron der Heilige gilt. Da Grün die irische Nationalfarbe ist, erstrahlt also für die irischen Landsleute in den VAE an "ihrem" Tag alles in dieser Farbe.
Man bedenke: Es ist der Tag eines katholischen Heiligen, welcher unter den Iren meist mit sehr viel Bier etc. gefeiert wird ... und das mit Einverständnis und Fürsorge des islamischen Gastlandes.

Nicht überall auf dieser Welt fühlt man sich als Ausländer in seiner "Anderartigkeit", mit seinen heimatlichen Bräuchen und Festen so akzeptiert und umsorgt, wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten ... Das macht es logischerweise schwerer, diese zu verlassen.